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Dr. Thomas Weiler im Interview: Gesundheitsberufe mit Perspektive im Klinikum Starnberg

Dr. WeilerZukunft Pflege: Herr Dr. Weiler, das Gesundheitswesen beklagt, dass zu wenig junge Menschen sich für einen Beruf im Gesund­heitsbereich interessieren. Wann und warum haben Sie sich für einen medizinischen Werdegang entschieden?

Dr. Thomas Weiler: Da gab es keinen speziellen Moment. Es war eher eine logische Entwicklung. Ich bin sicher familiär geprägt durch meine Mutter, die als pharmazeutische Assistentin tätig war und sich bis heute stark karitativ engagiert.

Als Jugendlicher war ich selbst im Jugend Rotkreuz aktiv. Meine sozialen Tätigkeiten und ein generelles Interesse an Menschen und ihrem Wohlergehen haben entscheidend dazu beigetragen, mich für Medizin zu entscheiden. Während meines Studiums habe ich mich dann auf Anästhesie spezialisiert und später zwölf Jahre als Anästhesist und Notarzt gearbeitet.

Zukunft Pflege: Wohlergehen ist ein gutes Stichwort. Wie gelingt es Ihnen heute, als Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses, wirtschaftliches und medizinisches Wohl gleichermaßen zu verbinden?

Dr. Thomas Weiler: Mir allein kann das natürlich gar nicht gelingen. Das A & O unserer Klinik sind die Mitarbeiter: Die Ärzte, Ärztinnen, Schwestern und Krankenpfleger/innen. Wir haben hier ein sehr gutes Arbeitsklima, mit einem Team, das ein gutes Verständnis dafür hat, dass Patienten nur gerne zu uns kommen, wenn wir kontinuierlich leistungsstark sind, sowohl medizinisch wie auch menschlich.

Jeder ist und begreift sich tatsächlich als ein Teil des Ganzen. Verantwortung und Erfolg liegt ein Stück weit auf allen Schultern. Als Klinikleitung haben wir natürlich auch die Aufgabe, darauf zu achten, dass die Balance stimmt. Im medizinischen Sinn heißt das, ein relevantes Spektrum an Diagnostik- und Therapieformen anzubieten, so dass die individuell zum jeweiligen Patienten passenden Wege beschritten werden können. Im wirtschaftlichen Sinn heißt es, dass wir auch Überschüsse erwirtschaften müssen, um notwendige Investitionen für die Klinik tätigen zu können. Es gibt kein medizinisches Leben außerhalb der Ökonomie.

Zukunft Pflege: Ob als Patient oder potenzielle/r neue/r Mitarbeiter/in – was überzeugt mich, ins Klinikum Starnberg zu kommen?

Dr. Thomas Weiler: In der Tat liegen die Gründe für Patienten oder neue Mitarbeiter gar nicht weit von einander entfernt. Die Atmosphäre im Haus ist von Teamgeist und Freundlichkeit geprägt. Das spüren und schätzen unsere Patienten und das ist natürlich auch für jeden, der hier arbeitet, ein wichtiges Kriterium.

Das Klinikum selbst ist hochmodern und bietet mit über 70 Ärzten und Ärztinnen ein breitgefächertes Kompetenzspektrum, mit dem wir hier etwa 80 % aller gängigen Krankheitsbilder behandeln können. Außerdem haben wir gute Verbindungen zu den weiteren Kliniken in der Region und können für sehr spezifische Fälle entsprechende Wege weisen. Das Kreiskrankenhaus Starnberg gehört den Menschen der Region. Ich denke, das spüren diese auch, wenn sie das Haus betreten.

Für potenzielle Mitarbeiter ist neben Klima, Gehalt, Verkehrsanbindung und Lage natürlich auch entscheidend, dass sie einen stabilen Arbeitsplatz wählen.

Wir haben beispielsweise seit 2005 keinen einzigen Arbeitsplatz abgebaut und sehen einer positiven Zukunftsentwicklung entgegen.

Zukunft Pflege: Bleiben wir beim Thema Mitarbeiter. Nach wie vor stellt sich in Deutschland das Problem, Nachwuchskräfte für den Bereich der Pflege zu gewinnen. Wie begegnen Sie dieser Problematik?

Dr. Thomas Weiler: Die Gesundheitswelt hat sich natürlich in mehrerlei Hinsicht grundsätzlich verändert. Klinikaufenthalte von Patienten haben sich drastisch verkürzt, das früher mal sehr hohe Image der Pflegeberufe hat verloren, die Anforderungen für Berufs­einsteiger haben sich verändert. Wir können die Aufgabe, Nachwuchs in die Pflege zu bekommen, nur lösen, wenn wir die veränderte Wirklichkeit auch berücksichtigen. Das können wir als Klinikleitung selbstverständlich nicht allein, da es auch Umstrukturierungen des Systems bedeutet. In der Klinik selbst sind wir allerdings Gestalter unseres Miteinanders und haben die Möglichkeit, jungen Menschen berufliche Türen zu öffnen. Wir investieren kontinuierlich in Fort- und Weiterbildung und Personalentwicklung, um die Karriere­perspektiven des Einzelnen zu unterstützen. Darüber hinaus haben aktuell zwei Mitarbeiter bei uns ihren Bachelor gemacht. Beide haben sich aus ihrer Pflegetätigkeit heraus entschieden, sich mit diesem Studiengang eine zusätzliche Qualifikation zu erwerben. Ich bin mir sicher, dass diese Wege und Möglichkeiten in Zukunft für mehr und mehr junge Menschen interessant sind. Schon allein, weil der Gesundheitssektor eine der wenigen Branchen mit echter Zukunft ist und die Entwicklungsmöglichkeiten vielschichtig sind.

Zukunft Pflege: Herr Dr. Weiler, vielen Dank für das Gespräch.